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Presseartikel

erschienen in: buchreport.express Nr. 8 am: 21.02.2001

Pillenknick und Internet

Am Montag hat in Hannover die "Bildungsmesse", die aus "Kiga", "Interschul" und "Didacta" hervorgegangen ist, ihre Pforte geöffnet. Noch bis zum Freitag rechnen die Veranstalter vornehmlich mit Lehrern und anderem Fachpublikum. Die Schulbuchverlage nutzen die Messe zur Positionierung und als Ideenpool im hart umkämpften Bildungsmarkt.
Anlass für Umschichtungen vom traditionellen Schulbuchgeschäft zum sog. "Nachmittagsmarkt": Die Schülerzahlen gehen als Spätfolge des "Pillenknicks" weiter zurück und die staatlichen Investitionen sinken (1992: 692 Mio DM, 1998: 515 Mio DM). Deshalb ist das Marktvolumen stark geschrumpft. Andererseits können in absehbarer Zukunft Lehr- und Lernmaterialien aus dem Internet heruntergeladen oder zumindest als Print-on-Demand-Produkte abgerufen werden.

Beide Trends zwingen die Schulbuchverlage zu einem Paradigmenwechsel. Um sich Wachstumschancen zu bewahren, werden neue Kompetenzen erarbeitet: neue Medien, Lernsysteme, Karriereberatung und Erwachsenenbildung. Und in diesen Bereichen sind denn auch auf der Bildungsmesse die meisten Aussteller mit ihren Angeboten präsent.
Der Ernst Klett Verlag konzentriert sich in Hannover auf "neue Medien" und "Fremdsprachen". Christina Heinisch, in Stuttgart verantwortlich: "Wir wollen Lehrern und Eltern unser Internetportal www.klett-training.de präsentieren, das Nachhilfe zum erschwinglichen Preis bietet. Außerdem stellen wir unsere neuen Produkte für das frühe Erlernen von Fremdsprachen vor. In einigen Bundesländern können Kinder schon ab der 3. Klasse oder gar ab der 1. Klasse eine Fremdsprache erlernen. Ab 2003/2004 soll eine bundesweite Regelung greifen."

Für Jürgen L. Peter, Geschäftsführer von Cornelsen, sind die "Neuen Medien" ebenfalls Schwerpunkt in Hannover: "Wir präsentieren das neue Online-Portal "Teach-Web" für Lehrer. Highlight ist der Schülerwettbewerb "Dialog für Toleranz", den wir mit Bertelsmann und der Pixelpark AG ausrichten." Die Berliner wünschen sich eine große Resonanz am Publikumstag (23. Februar): "Das Angebot besteht seit zwei Jahren, wurde bisher aber kaum benutzt. Wir hoffen, dass die Messe auch verstärkt in die neuen Bundesländer ausstrahlen wird."

Für Volk & Wissen steht der Kontakt zu den Zielgruppen im Vordergrund: "Neben konstruktiven Gesprächen mit Lehrern ist es für uns wichtig, einen Gesamteindruck über die Branche zu bekommen und zu sehen, was die Konkurrenz macht", erläutert Marketingleiter Frank Thalhofer. Der ehemalige DDR-Schulbuchverlag setzt auf die Bereiche Grundschule. Lernhilfen und Unterrichtssoftware. Neu ist eine mit der LOKANDO AG entwickelte Themendatenbank für Lehrer, die individuell und flexibel eingesetzt werden kann.

Der Schroedel Verlag freut sich über den Heimvorteil und hat seine Messepräsenz unter das Motto "Lernideen mit Zukunft" gestellt. Wolf-Dieter Eggert, Geschäftsführer: "Die Verknüpfung von Printmedien und neuen Medien hat Vorrang. Deshalb stellen wir neue Unterrichtssoftware und ein neu entwickelten Bildungsportal vor."

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